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Reflexives Entwerfen

In Hannover werden im Zusammenhang mit aktuellen Diskussionen in der Wissenschaftstheorie die Potenziale des Entwerfens erforscht. Hier wird festgestellt, dass ein klassisches Wissenschaftsverständnis, das kausalanalytisch nach übertragbaren Methoden sucht, häufig zu kurz greift für komplexe Fragestellungen, die mit Werthaltungen, Unsicherheit und Zukunftsfragen umgehen müssen. Vor diesem Hintergrund wird die Fakultät für Architektur und Landschaft für räumliche Fragestellungen das Entwerfen und Planen als ureigene Methode von Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Freiraumgestaltung neu reflektieren. Dieser Forschungsschwerpunkt ist deutschlandweit einzigartig und kann sich an der Leibniz Universität Hannover auf das ausgewiesene Profil in Theorie und Praxis des Entwerfens auf allen Ebenen der räumlichen Gestaltung stützen - vom Haus bis zur Region.

Der Forschungsfokus liegt auf drei Bereichen:

`Reflexives Entwerfen´ ist praxisbezogen zu verstehen als Rückkopplung in der konkreten Reaktion auf Programm, Ort und technisch-konstruktive Aufgabe und als offener Arbeitsprozess, der die Ideenfindung sowie verschiedene Bedingungen, Dialoge und Kooperationen einschließt.

`Reflexives Entwerfen´ ist auch mit Reflexivität zu verbinden als Modus der Erfahrung im Sinne eines systematisierenden, rückblickend evaluierenden sowie projektiven und modellhaften Denkens und Forschens. Dabei stehen Zusammenhänge, die Wissen hervorbringen und es zugänglich machen, im Mittelpunkt wie der Bestand gebauter Architekturen, Freiräume und natürlicher Systeme oder Erkenntnisse, Theorien und Archive unterschiedlicher Art. Zentral ist die Suche nach grundlagenbildenden Leitideen und Gestaltungsgrundlagen, die wertvolle Voraussetzungen bilden für kreative, synthesenbildende Prozesse des Entwerfens und Planens.

In einer dritten Perspektive kann `Reflexives Entwerfen´ in den Kontext einer Kondition `Reflexiver Modernisierung ´ gestellt werden, wie sie ausgehend von soziologischen Diskursen seit den 1990er Jahren als Selbstveränderung der Industriegesellschaften international zunehmend Aufmerksamkeit gewann. Reflexive Modernisierung wird als Prozess verstanden, innerhalb dessen die selbstkritische Transformation vertrauter Denk- und Handlungsweisen der Moderne und die Befragung ihrer Voraussetzungen, Problemlagen, Folgen und Grenzen im Zentrum stehen. Ziel ist, die vorausschauende Konzipierung lokal und global wirksamer zukunftsfähiger Beiträge zu zeitgenössischen Aufgaben und Entwicklungen der Umweltgestaltung.